Aus der Praxis

 

Sonographien in der GOÄ - Körperregionen

 

Die GOÄ definiert in den Allgemeinen Bestimmungen im Abschnitt VI (Sonographische Leistungen) Abs. 6* die Organe für die Abrechnung der Ziffern 410 und 420.  Dazu zählen auch Körperregionen. Deren Definition ist unscharf und lange war umstritten was eine Körperregion im Sinne der GOÄ ist. Inzwischen wurde durch Gerichtsurteile, Ärztekammern und die Darstellung in verschiedenen GOÄ-Kommentaren ein Konsens darüber erreicht, was diese Körperregionen sind.

Für Sie hier zusammengestellt häufig im Ultraschall untersuchte Körperregionen in der  allgemeinmedizinischen/internistischen Praxis.

  • Körperregionen am Hals: Aorta carotis und Aorta vertebralis, je links und rechts: insgesamt vier Körperregionen
  • Körperregionen am Bein: Leiste einschließlich Oberschenkel, Kniebereich einschließlich Unterschenkel, Sprunggelenk, gegebenenfalls Fuß: je Bein insgesamt drei bzw. mit Fuß vier Körperregionen
  • Körperregionen am Arm: Schulter, Achselhöhle einschließlich Oberarm, Ellenbeuge einschließlich proximalem Unterarm, Handgelenk einschließlich distalem Unteram, Hohlhand, Handrücken, Finger: je Arm fünf Körperregionen bzw. sieben einschließlich der Hand
  • Körperregionen im Brust- und Bauchraum: Aorta thoracalis, Aorta abdominalis, Vena cava, Iliacalgefäße (je links und rechts), gezielt untersuchte Viszeralgefäße (zum Beispiel Nierengefäße je links und rechts, Vena portae), Coeliacalgefäße: sechs Körperregionen ggf. zuzüglich gezielt untersuchter Viszeralgefäße
  • Skrotalinhalt: Ductusgefäße und Nebenhodengefäße, je rechts und links: vier Körperregionen
    • Anm. bei duplex-sonographischer Untersuchung (die einfache Doppler-sonographische Untersuchung in Nr. 1754 bezieht sich auf den gesamten Skrotalinhalt)
  • Körperregionen intrakraniell: Rechte und linke Hirnhälfte, Schädelbasis/Basilarisgefäße: insgesamt drei Körperregionen

*Abs. 6  Abschnitt VI (Sonographische Leistungen)   

„Als Organe im Sinne der Leistungen nach den Nummern 410 und 420 gelten neben den anatomisch definierten Organen auch der Darm, Gelenke als Funktionseinheiten sowie Muskelgruppen, Lymphknoten und/oder Gefäße einer Körperregion. Als Organ gilt die jeweils untersuchte Körperregion unabhängig davon, ob nur Gefäße oder nur Lymphknoten oder Gefäße und Lymphknoten bzw. Weichteile untersucht werden.“

 

Abrechnungsmöglichkeit für das Hepatitis-Screening bei Privatpatienten

 

Die meisten Privatversicherungen erstatten Vorsorgeleistungen mindestens im Umfang der in den Vorsorgerichtlinien für gesetzlich versicherte Patienten festgelegten Untersuchungen. Die Grundlage für dieses Vorgehen der Privatversicherer sind die „Musterbedingungen MB/KK“ des PKV-Verbandes. Auf diese beziehen sich in der Regel die Versicherungsverträge für Privatpatienten.

 
Abrechnungsmöglichkeiten
  • Gesundheitsuntersuchung mit GOÄ-Ziffer 29 | Steigerung Faktor 2,3

  • Gesundheitsuntersuchung + Beratung Hepatitis-Screening | Steigerung Faktor 3.0

Wird zusätzlich zum Hepatitis-Screening noch ein Hautkrebsscreening durchgeführt, kann ein noch höherer Steigerungssatz berechnet werden.

  • Gesundheitsuntersuchung + Beratung Hepatitis-Screening + Hautkrebsscreening | Steigerung Faktor 3.5

 

Neben der GOÄ-Ziffer 29 können noch die Laboruntersuchungen Glucose, Lipidprofil (Cholesterin, HDL- /LDL-Cholesterin, Triglyceride) und der Harnteststreifen abgerechnet werden. Wird zusätzliche eine Dermatoskopie durchgeführt, kann die GOÄ-Ziffer 750 und/oder die GOÄ-Ziffer 612 analog (Videosystem-gestützte Untersuchung und Bilddokumentation von Muttermalen…) in Rechnung gestellt werden.

 

Bitte beachten Sie immer den Krankenversichertenstatus des Privatpatienten.  Ziffernkette  nach GOÄ.

 

Hausbesuch, bettlägeriger älterer Patient multimorbide

 

  • 50 Besuch | Wegegeld nach § 8 GOÄ
  • 7, Steigerung 3.0 (Untersuchung Brust u. Bauchorgane)
  • Zuschlag A (außerhalb der Sprechstunde)
  • 4 (Fremdanamnese, Bezugsperson)
  • 602 (Bestimmung Sauerstoffsättigung)
  • 800 (neurologische Untersuchung)
  • 3514 (Glucose).

Wenn nicht anders genannt, Steigerung nach Regelsatz (1,0 – 2,3). 

 

Mögliche Begründungen für Steigerung über dem Regelsatz

 

410 (3.0) (Luftüberlagerung)(L)

420 x 3 (3.5) (Luftüberlagerung, Mehrorgane) (Organe nennen, z. B. Gallenblase, Nieren beidseitig, Harnblase, Gefäße)

250 Blutentnahme…(3,3) schwierige Venenverhältnisse
3 Eingehende, […] Beratung […] mind. 10 Min... (3,2) erhöhter Zeitaufwand durch verwirrten Patienten
5 Symptombezogene Untersuchung (3,4) Untersuchung in mehreren Körperregionen
7 Vollständige körperliche Untersuchung…(3,5) Untersuchung Brust- und Bauchorgane

 

Abrechnung EBM für Hausärzte

 

Patient 87 Jahre, chronisch krank, palliativ versorgt

  • 1. Kontakt: 03005 Vers. Pauschale 01410 Hausbesuch (geplant), Wegegeld, 03372 Zuschlag palliativmedizinische Betreuung je 15 Min.
  • 2. Kontakt: Anruf 6:30 Uhr durch Ehefrau des Patienten, Zustand verschlechtert: 01412 dringender Hausbesuch, unverzüglich durchgeführt, Wegegeld 03373, Zuschlag Palliativmedizinische Versorgung
    • Behandlung Ehefrau aufgrund gezeigter Schwächesymptomatik, 03005 Vers. Pauschale, 01413 (Besuch eines weiteren Kranken), 03220 evtl.,  03230 evtl., oder evtl. 35100 Status psychsom. Erkrankung. Außerdem setzt die KV Nr. 03040 zu
  • Kommt der Patient auch noch in die Praxis: gibt es zusätzlich die Chronikerpauschale 03220, bei weiterem Praxisbesuch , 03221 als Zuschlag auf die Ziffer 03220. Bitte beachten Sie mögliche Abrechnungsausschlüsse. In dem Fall setzt die KV auch die Ziffer 03222 (Zuschlag auf Ziffer 03220) zu. Möglicherweise sind weitere Palliativund/oder Geriatrieziffern möglich bzw.sinnvoll.

Pat. 71 Jahre alt, chronisch krank, inkontinent, schwerste COPD

  • 1. Kontakt : 03005 Versichertenpauschale Beginn 55. bis vollendetem 75. Lebensjahr | 03220 Zuschlag zur Versichertenpauschale 03000 bei mindestens einer lebensverändernden chronischen Erkrankung | 03230 problemorientiertes ärztliches Gespräch | 03360 Hausärztlich-geriatrisches Basisassessment.
  • 2. Kontakt : 03221 Zuschlag auf die 03220 intensive Behandlung/Betreuung bei mindestens einer lebensverändernden chronischen Erkrankung | 03362 Hausärztlich-geriatrischer Betreuungskomplex.
  • 3. Kontakt : 03370 Palliativmedizinische Ersterhebung | 03371 Zuschlag auf die 03000 für palliativmedizinische Betreuung,

Die EBM-Ziffern 03040 Zusatzpauschale hausärztliche Versorgung (auch Vorhaltepauschale) und 03222 Zuschlag zur Gebührenordnungsposition 03220 ergänzt die KV in der Abrechnung.

Die EBM-Ziffern 03040 und 03220 werden nicht vergütet, wenn folgende Leistungen abgerechnet werden. Diese gehören laut EBM nicht zum hausärztlichen Versorgungsauftrag.

 
Leistungen / Ziffern

Beschreibung

alle Leistungen des EBM-Kapitels 30.5

Phlebologie

alle Leistungen des EBM-Kapitels 30.7

Schmerztherapie einschließlich Akupunktur

alle Leistungen des EBM-Kapitels 30.9 Schlafstörungsdiagnostik

EBM-Ziffern 35111 - 35113

Übende Verfahren

EBM-Ziffern 35120

Hypnose

EBM-Ziffern 35130 / 35131

Bericht Gutachter Psychotherapie

EBM-Ziffern 35140

Biographische Anamnese

EBM-Ziffer 35141/35142

Zuschlag zur Nummer 35140

EBM-Ziffer 35150

Probatorische Sitzung

EBM-Ziffer 35151

Psychotherapeutische Sprechstunde

EBM-Ziffer 35152

Psychotherapeutische Akutbehandlung

Alle Leistungen des Abschnitts 35.2 Antrgaspflichtige Leistungen
Leistungen der Onkologievereinbarung* festgelegt in: Anlage 7 zu den Bundesmantelverträgen
Leistungen nach $6 in Anlage 5 des BMV-Ä* festgelegte fachärztliche Leistungen, die im Rahmen der hausärztlichen Versorgung nicht vergütet werden.

 

*Die Ausschlüsse entfallen, wenn diese Leistungen in Praxen mit angestellten Ärzten, Berufsausübungsgemeinschaften oder Medizinsiche Versorgungszentren von Fachärzten erbracht werden. 

 

 


Ihre Fragen beantworten wir gerne über fragen_ebmgoae@bioscientia.de.

 
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