Die kürzlich aktualisierte DEGAM-S3-Leitlinie zur hausärztlichen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit chronischer Nierenkrankheit empfiehlt die Bestimmung des Albumin-Kreatinin- Quotienten (UACR) im Urin als wichtigen Marker zur Früherkennung. Darauf hat die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) zum Weltnierentag am 13. März aufmerksam gemacht. Die Leitlinie verweist zudem darauf, dass Menschen mit CKD ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko besitzen. Die American Heart Association schlägt dafür ein eigenes Krankheitsbild vor: das Cardiovascular Kidney Metabolic Syndrom (CKM-Syndrom). 

Streifentest zu ungenau

„Oftmals werden Nierenwerte entweder gar nicht, mit einem wenig aussagekräftigen Urinstreifen oder anhand falscher Messwerte überprüft“, beklagt Prof. Christoph Wanner, Nephrologe am Uniklinikum Würzburg in einem Gespräch mit der Tageszeitung Die Welt. Als Beispiel nennt Wanner den Albumin-Wert im Urin. Gemessen mit einem Streifentest allein, ist er ungenau, „weil er davon abhängt, ob jemand viel oder wenig getrunken hat“. Aussagekräftiger sei es, das Albumin-Kreatinin-Verhältnis zu bestimmen.

Früh erkannt, gut behandelt

Neue Behandlungsmöglichkeiten unterstreichen die Wertigkeit der Früherkennung einer Nierenerkrankung. So reduziert die Abnehmspritze Ozempic (Semaglutid) signifikant das Risiko für schwerwiegende Nierenschäden, kardiovaskuläre Folgen und Sterblichkeit 5. Auch SGLT2-Hemmer sorgen für eine vermehrte Zucker- und Salzausscheidung und senken so den Druck in den empfindlichen Filtereinheiten der Niere.

Unsere Arzt-Info „Nierenfunktion und Labordiagnostik“ finden Sie auf:
https://www.bioscientia.de/media/yehboljr/br217_bericht_nierenfunktionsdiagnostik.pdf